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Chronik

1903

Die Gewerkschaft „Deutscher Kaiser“ überlässt der Landgemeinde Hamborn ein ca. 2 Morgen großes Grundstück an der Kampstraße zum Neubau einer katholischen Schule.

1904

Die Baufirma Jordan beginnt im Frühjahr den Bau (8 Klassen mit Lehrerwohnung), der am 1. September bezugsfertig wird. Hauptlehrer Haag wird mit der einstweiligen Leitung betraut. 250 Schüler werden eingeschult.

1905

Durch Agenten werden Arbeiter aus vielen Ländern nach Hamborn gebracht, insbesondere Polen, aber auch Tschechen, Holländer, Belgier und Ungarn. Die Kinder sind meist der deutschen Sprache nicht mächtig. Die Schülerzahl steigt auf 550, davon sind nur 7 von einheimischen Eltern. Ein Erweiterungsbau wird begonnen. Hauptlehrer Haag wird erster Rektor der neuen Schule.

1906

  1. Oktober: Fertigstellung des Erweiterungsbaus, jetzt 18 Klassen mit über 900 Schülern. 9 Schüler sterben während einer Genickstarre – Epidemie.

 

1910

Geburt der 100000. Hambornerin Helene Kropp: Hamborn wird Großstadt.

 

1911

Am 1. April große Feier aus Anlass der Verleihung der Stadtrechte an Hamborn durch königliche Kabinettsorder vom 20. März 1911.

 

1912

  1. März: Ausbruch eines Bergarbeiterstreiks. Die Polizei schreitet „mit blanker Waffe“ ein. Um die Schüler von der Unterstützung der Streikenden fernzuhalten, wird Unterricht von 16.00 – 18.00 Uhr angeordnet. Ausschreitungen auch der Schuljugend der Kampschule.

bis 1920 weitere Einwanderung von Polen

Durch die lange Dauer des 1. Weltkriegs (1914 – 18) erhält der Aufbau der Schule einen schweren Rückschlag. Alle Lehrer werden eingezogen: Ein Lehrer fällt an der Front. Durch die Lebensmittelknappheit ist der Ernährungszustand der Kinder sehr schlecht, sodass der Unterricht fast zur Erfolglosigkeit verurteilt ist. Die notwendig werdende Unterbringung von fast der Hälfte der Kinder auf das Land hemmt die Unterrichtstätigkeit.

Der Gesundheitszustand der Lehrenden, insbesondere der Lehrerinnen, ist in den ersten Nachkriegsjahren sehr schlecht. Die „Gesellschaft der Menschenfreunde“ („Quäker“) in den USA stellt große Mengen Lebensmittel zur Verfügung, die es ermöglichen, Schulspeisungen in erheblichem Umfang einzurichten.

 

1925

Konrektor Paul Radtke tritt in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Konrad Stein.

 

1927

Auf Wunsch der der Elternschaft findet am 20. 2. im Saale des Agnesstiftes ein Elternabend statt. Das Ereignis wird auch in der Presse erwähnt. Vor Ablauf des Schuljahres Revision durch Herrn Schulrat Joost. Er ist äußerst zufrieden mit den Leistungen.

 

1929

Die Schule erringt bei den Vaterländischen Wettspielen das Siegesbanner.

 

1930

Der neue Elternbeirat wird gewählt. Von 394 Stimmberechtigten stimmen 325 für die Liste der katholischen Elternvereinigung und 46 für die Gegenliste des „Proletarischen Schulkampfs“.  Rektor Haag scheidet nach 42jähriger Dienstzeit aus seinem Amt aus.

 

1931

Einführung des neuen Schulleiters Rektor Meuren, der vorher an der Gertrudenschule unterrichtete. Damit wird erstmals statt einem Mittelschul- ein Volksschullehrer Rektor der Kampschule. Die Schule zählt 14 Klassen mit 655 Kindern und 8 Lehrern, 7 Lehrerinnen und einem Hilfslehrer (durchschnittlich 47 Kinder pro Klasse) – größte Klasse VII b: 58 Mädchen. Große Sparwelle: Herabsetzung der Stundenzahl der vier oberen Klassen zur Einsparung von Lehrern, Heraufsetzen der Pflichtstundenzahl der Lehrer von 26 auf 30 Stunden und Etatkürzungen. Die notdürftig ernährten Kinder dürfen an einer Speisung in der Polizeiunterkunft teilnehmen. Zwei Lehrer werden entlassen (Preußische Notverordnung). Gehälter werden in zwei Raten bezahlt. Grippeepidemie! Der Kreisarzt lässt die Schule vom 28.2. bis 6.3. schließen. Am 1.7. tritt Konrektor Konrad Stein in den Ruhestand. Sein Abschiedsgeschenk: eine elektrische Tischlampe. Nachfolger wird Konrektor Jüstel. Von „bekannter Stelle“ (Kommunisten) wird zum Schulstreik aufgerufen „“Für freie Lernmittel – gegen Hunger – für Schulspeisung!) gegen die „Hungermaßnahmen der Brüning – Regierung“, aber an der Kampschule fehlt kein einziges Kind (Schulstreik war damals ein „strafbares Schulversäumnis“, das mit Geldstrafen bis zu 25,- RM bestraft wurde). Da ein besonders harter Winter erwartet wird, ergeht ein Aufruf der Schulleiter der Schulaufsichtsbezirke 3 und 4, für die notleidenden und unzureichend ernährten Schulkinder in Form von Patenschaften zu spenden: 1. für Mittagessen, 2. für Milchfrühstück, 3. für Beschaffung von Schuhwerk, 4. für Frühstück (Butterbrote). Sparverordnung vom 12.9.1931: Kürzung der Gehälter der Volksschullehrer, dabei gleichzeitig Sonderbelastung, außerdem Herabstufung der Altersgrenze von Volksschullehrern, Hinaufsetzung der durchschnittlichen Klassenbesuchszahl von 42 auf 48 Schüler, Herabstufung der Volksschullehrer in eine niedrigere Besoldungsgruppe, Abbau von 7000 Lehrerstellen noch in diesem Jahr, Einführung der freien Versetzbarkeit aller Lehrer der verschiedenen Schularten und von einer Gemeinde zur anderen, Zusammenlegung gleichartiger Anstalten. Die Kampschule wird Duisburger Stadtmeister im Schlagball. Erfolgreiche Schuh- und Kleidersammlung zugunsten der Kinder der Kampschule. Nach einem Einbruch und da die Schule „frei im Felde“ steht, stellt Rektor Meuren den Antrag auf gebührenfreie Haltung eines Wachhundes. In Küchen der „Notgemeinschaft Hamborn“ (z.B. in der der Zeche Neumühl) wird für die Schulspeisung von 65 Kindern unserer Schule gekocht. Mit Kraftwagen wird das Essen zur Schule transportiert, wo es unter Aufsicht von Lehrpersonal verspeist wird. Am 16.12.  sind es schon 122 Kinder. Am Dreikönigstag Märchenspiel „Dornröschen“ der Notgemeinschaft für 2000 Hamborner Kinder Erwerbsloser (davon 55 Kinder der Kampschule). 20 – 40 % der Kinder fehlen täglich im Unterricht, weil sie keine Schuhe haben oder nicht ausreichend ernährt sind. Obwohl es Winter ist, haben viele Kinder keinen Mantel und keine Unterwäsche. Eine große Zahl ist unterernährt. Viele Kinder besitzen weder Schulbücher, noch Schreibhefte, noch Schreibmaterial.

 

 

1932

14 Klassen mit 672 Kindern bei 13 Lehrern: 48 Kinder pro Klasse, 52 pro Lehrer. Aufnahme der „Milchspeisung“. Der Schulhof ist geteilt in eine Knaben- und in eine Mädchenhofseite. In der Nacht vom 2. auf den 3. Februar Einbruch in unserer Schule. Es wurde Schulmaterial entwendet. „Auffallend ist, daß der Einbruch an einem Tage erfolgte, an dem die sozialistische Arbeiterjugend ihre Zusammenkunft im Kellerraum unserer Schule hatte.“ (Schulchronik) – Das gefährdete Landschulheim der Beecker Schule in Wiesemscheid wird durch Eintreten der Lehrerschaft Eigentum des Landschulheimvereins Duisburg – Hamborn – Nord. Damit auch die Kinder erwerbsloser Eltern ins Landschulheim fahren können, werden in allen Schulen Schulsparkassen eingerichtet, in die die Eltern auch Kleinstbeträge einzahlen können. Am Sonntag, 21.2. wird in der Schule der Volkstrauertag begangen: Die Fahnen sind auf Halbmast gesetzt und in der letzten Unterrichtsstunde am Samstag soll der „gefallenen Helden“ des Weltkriegs gebührend gedacht werden. In einer Gedächtnisstunde wird des 85. Geburtstages von Reichspräsident von Hindenburg gedacht. Wegen des Goethejahres 1932 ist die Schulentlassfeier gleichzeitig Goethe – Gedächtnisfeier. 12. 4.: Transport erholungsbedürftiger Kinder ins Schullandheim Wiesemscheid. Der Schulleiter beklagt sich, dass in den Schulklosetts kommunistische Plakate aufgehängt wurden.  Am 17. 7. Reichsjugendwettkämpfe in Hamborn. Kurz vor Beginn derSommerferien mehren sich die Fälle von Diphterieerkrankungen, sodass Klasse 6b auf Anordnung des Kreisarztes geschlossen werden muss. Am 6. 8. stirbt Konrektorin Staat nach langer Krankheit im Alter von 55 Jahren. Besuch des Kollegiums im Kloster St. Bernardin in Hamb mit Führung am 11. 7. und der Schule für geistig zurückgebliebene Mädchen. Auf dem Heimweg Besichtigung der Jugendherberge in Alpen. „Wärmetische“ werden in der Schule aufgestellt, damit die Schulkinder die gespendete Milch warm trinken können. 11. 12.: Wahl zum Elternbeirat: Neben der „Katholischen Bekenntnisschule“ gewinnt der „Proletarische Schulkampf“ immer mehr an Einfluss in der Elternschaft. Ergebins der Wahl: Bei einer Wahlbeteiligung von 54 % entfallen 375 Stimmen auf die „Katholische Bekenntnisschulen“ und 56 Stimmen auf den „Proletarischen Schulkampf“. „In punkto Schülerhilfe marschiert die Kampschule vor allen Hamborner Volksschulen mit einem gewaltigen Vorsprug an der Spitze.“ Der „Duisburg – Hamborner Anzeiger vom 9. 12.: „Groß ist die Not im Norbertus – Viertel. Die meisten Familienväter stehen mit leeren Händen vor ihren Frauen und ihren Kindern. Arbeitslose Frauen und Mädchen sehen in stumpfer Hoffnungslosigkeit dem Winter entgegen. Eine große Anzahl Kinder kennt überhaupt keine Milch mehr. (Schulchronik)“ Außer Lebensmittel- und Kleiderspenden werden auch reichlich Schuhsohlen an die Kinder ausgegeben, da viele Väter zu schustern verstehen. Es kommt zu Schuhdiebstählen. Die Lehrerschaft der Kampschule stellt sich auch während der Weihnachtsferien für die Durchführung der Schulspeisung zur Verfügung.

 

1933

Am 4. und 6.1. Vorstellung der Stücke „Robinson darf nicht sterben“ (ab 13 Jahren) und „Zwerg Nase“ (für Kinder von 8 – 10 Jahren) im Stadttheater der Hamborner Notgemeinschaft für Kinder erwerbsloser Familien. Für alle Lehrer verpflichtende Kundgebung am 25.1. in der Aula der gewerblichen Berufsschule in der Thyssenstraße zum Thema „Auslandsdeutschtum und Schule“. Vorführung der Filme „Für dich“ und „Mehr Obst!“ am gleichen Ort für die zu entlassenden Schüler der Kampschule. Grippeepidemie. Die Schule wird vorübergehend geschlossen (26. Januar bis 9. Februar). Eine Erhebung zeigt die Not der damaligen Zeit: Die Väter von 298 Kindern sind Wohlfahrtsempfänger, von 640 Kindern haben 366 kein eigenes Bett. In Hamborn werden die schulpflichtigen Ausländerkinder erfasst: 69 Kinder aus Österreich, der Tschechoslowakei, aus Polen, Jugoslawien, Holland, Italien und Ungarn. Zur Unterstützung des Hilfs- und Rettungswerks des V.D.A. für die Auslandsdeutschen soll auch die Kampschule ihren Beitrag leisten. 13.2. Gedenkstunde aus Anlass des 50. Todestags Richard Wagners. Der preußische Kultusminister Rust ordnet für den 8.3. einen Tag Schulausfall an wegen des Wahlsieges der „nationalen Front“. Anlässlich des Volkstrauertages am 12.3. wird das genagelte Kriegserinnerungszeichen des im Krieg gefallenen Lehrers der Kampschule Heinrich Bungert an einer Tafel angebracht. Am 11.3. findet bereits eine Gefallenenehrung auch mit Beteiligung der Hamborner Volksschulen auf dem Hamborner Ehrenfriedhof statt. Reichspräsident von Hindenburg erklärt die frühere schwarz-weiß-rote Reichsfahne zur neuen Reichsflagge. Zu „patriotischen Anlässen“ ist sie, die Hakenkreuzfahne und die schwarz – weiße preußische Flagge an allen Schulen zu hissen. Am 21. 3., dem „Tag von Potsdam“ haben alle Kinder schulfrei. Sie müssen sich morgens in der Schule einfinden, um im Rahmen einer Feierstunde den Reden des Reichspräsidenten von Hindenburg und des neuen Reichskanzlers Hitler zu lauschen. Für den 22. 3. ordnet der Minister eine Säuberung der Schulbüchereien insbesondere von solchen geschichtlichen Büchern an, die nicht den neuen Erziehungsaufgaben entsprächen. Die „Sammelschulen“ (ohne Religionsunterricht) werden aufgehoben. Deren Schüler werden an die übrigen Schulen verteilt. An die Kampschule kommt nur ein solcher Schüler. Am „Tag der nationalen Arbeit“ (1. Mai) müssen alle Kinder um 8.15 Uhr in der Schule erscheinen, um dem „Staatsakt aus dem Berliner Lustgarten“ und die Reden Hitlers, Goebbels und Hindenburgs bis 11.00 Uhr anzuhören. Dafür werden Lautsprecher über den Schultoren montiert. Neue Feiertage werden vom Kultusminister Rust den Schulen verordnet: „Muttertag“, „Schlagetertag“ (27. Mai), „Tag der Auslandsdeutschen“, „Tag der deutschen Jugend“ (24. Juni) mit Sommersonnenwendfeiern, „Tag von Versailles“, „Tag des Marsches zur Feldherrenhalle“ usw. An diesen Feiertagen finden Gedenk- und Feierstunden in der Schule statt. Die Erlaubnis zur Nutzung von Räumen der Kampschule durch die Sozialistische Arbeiterjugend und den Polnischen Schulverein (und damit auch der bisherige polnische Sprachunterricht an der Kampschule) werden widerrufen. Schulkinder werden geschlossen in Filme wie „SA – Mann Brand“, „Das junge Deutschland marschiert“, „Hitlers Flug über Deutschland“ und „Hitlerjunge Quex“ geführt. Die aufgrund kommunistischer und sozialistischer Vorschläge gewählten Vertreter werden am 20. 5. aus den Elternbeiräten entfernt. Im Herbst häufen sich Fälle von Diphterie unter den Schülern und Lehrern; ein Mädchen stirbt. Am 9. 11. wird auch in der Kampschule in den Pausen ein hölzernes Wappenschild „genagelt“ Pro Nagelschlag werden 3 Pfennig bezahlt. Der Gesamterlös kommt dem „Winterhilfswerk“ zugute. 19. 11. „Opfertag der deutschen Jugend“ mit Morgenfeier, Sammlungen, Platzkonzerten der Hitlerjugend und einem Kinderfackelzug am Abend. Die Kinder der Kampschule schmücken am letzten Tag vor Heiligabend Weihnachtsbäumchen für Mittellose im Rahmen der Aktion „Weihnachten in jedem deutschen Hause“ des Winterhilfswerks. Am 22. 12. „deutsche Weihnachtsfeier“ in allen Klassen. U. a. ertönt über den Lautsprecher das Hörspiel „Christgeburtsspiel“.

 

1934

Zum Unterrichtsbeginn und zum Ferienbeginn muss auf Anordnung des Kultusministeriums an allen Schulen die Reichsflagge gehisst bzw. eingeholt werden. Die „angetretene Schuljugend“ hat dabei das Deutschland- und das Horst – Wessel – Lied zu singen. Die „nationalen Feste“ werden vermehrt durch „Müttergedenkstunden“, „Langemarkgedenkstunden“ und „Lönsgedenkstunden“. Am 18. 1. Feier zum 63. Jahrestag der Reichsgründung. 26. 1. Sammlung für das Deutschtum im Ausland. Dazu werden künstliche Kornblumen zum Anstecken verkauft. Gedenktag an die Machtergreifung vor einem Jahr. Die oberen Klassen hören im Rundfunk u. a. Szenen aus Adolf Hitlers Leben. Ein „Landjahr“ wird verbindlich für alle Schulabgänger der Volksschulen in Preußen. Ab dem 19. 2. müssen alle Schüler und Schülerinnen monatlich einen Reichspfennig zur Unterstützung des deutschen Jugendherbergswerkes zahlen. Am 22. 2. werden auch an der Kampschule Karten für das Theaterstück „Der Brandstifter“ verkauft. Der Erlös soll aus Österreich geflohenen SA – Männern und deren Familien zugute kommen. 29. 2. „Opfertag des blauen Wimpels“ für das Deutschtum im Ausland. 1. 3.: erstes Radiogerät für die Schule nach einer Geldsammlung innerhalb des Lehrerkollegiums und der Schülerschaft. Beide Schulflügel erhalten ein Spülklosett für die Lehrer. 21. 3. „Jahrestag der Arbeitsschlacht“: Schüler und Lehrer lauschen dem Feierprogramm aus München am Radio. 22. 3. Beginn der monatlichen Pfennigsammlungen für die Jugendherbergen. Zum Schuljahresbeginn am 27. 4. Hat die Schule wegen Lehrermangels zwei „Durchziehklassen“ (ohne feste Lehrer). 20. 4.: Feier von Hitlers Geburtstag. 24. 4. Kolonialgedenkstunde. Am 1. 5. („Tag der deutschen Arbeit“) führen die Rektoren und eine Lehrerin die Schüler zum Hamborner Altmarkt, um dort um 9.00 Uhr die Übertragung der Jugendkundgebung im Berliner Lustgarten anzuhören. 12. 5. Die „Müttergedenkstunde“ wird erstmalig in der Schule gefeiert. Im Laufe der nächsten Wochen sollen im Nadel- und Werkunterricht Gebrauchsgegenstände für mittellose Mütter hergestellt werden, u.a. Wäsche- und Kleidungsstücke. 15. 5. Frl. Peter wird von der Barbaraschule an die Kampschule überwiesen um die Klassenleitung einer der „verwaisten“ Klassen zu übernehmen. Wegen eines Diphterieausbruchs werden mehrere Klassen amtlicherseits geschlossen. Am 19. 5. stirbt eine 13-jährige Schülerin an den Folgen. 9. – 14. 6. Verkehrserziehungswoche unter dem Motto „Kampf dem Verkehrsunfall“. 13. 6. Kinderfest für die Schulen auf dem Turnplatz von Neumühl. Zukünftig ist am Samstag als „Staatsjugendtag“ schulfrei für die „Erziehungsarbeit der Reichsjugendführung“. Alle anderen Kinder haben samstags weiterhin Unterricht, sollen aber insbesondere „nationalsozialistisch geschult“ werden. 17. – 23. 9. Feuerschutzwoche. Der Hausmeister der Wittbruchschule klärt die Schüler der Kampschule über Gefahren im Umgang mit Feuer auf. Allerdings muss der Vortrag abgebrochen werden, da der Bild – Vorführapparat versagt. Der Vortrag ließ übrigens „zu wünschen übrig“. 27. 9. Hermann – Löns – Gedenkstunde: Übertragung einer Löns – Gedenkfeier im Schulfunk. 21. 10. „Tag des deutschen Volkstums – Tag der deutschen Schule“. Lehrer Ostermann ist für einen vierwöchigen Wehrsport – Kursus in der Lüneburger Heide beurlaubt. Er kehrt aber schon nach zwei Tagen wegen Fußerkrankung zurück. 7. 11. Die Kampschule ist Gruppensieger bei den Schlagballspielen 1934. 10. 11. Schillergedenkstunde (175. Geburtstag Friedrich Schillers). Das Schulamt ordnet an, dass der Unterricht vom 15. 11. 1934 – 15. 2. 1935 um 8.30 Uhr beginnen soll. 29. 11. Diphterie – Schutzimpfung der Kinder unserer Schule in der Norbertusschule. 22. 11. Die Elternbeiräte an den öffentlichen Schulen sind aufgehoben. Stattdessen schaffen die Nationalsozialisten „Schulgemeinden“ und berufen „Jugendwalter“. Die Schulmitwirkung ist nun nicht mehr demokratisch gewählt, sondern funktioniert nach dem Führerprinzip. Der Schulleiter als „Führer“ der Schulgemeinde beruft zu seiner Unterstützung aus der Elternschaft Berater, die „charakterlich und politisch den Anforderungen entsprechen, die an Jugenderzieher im nationalsozialistischen Staat gestellt werden.“ Vor der Berufung ist der zuständige Ortsgruppenleiter der NSDAP zu hören. Die neuen Elternberater an der Kampschule sind sämtlich Mitglieder von NS – Organisationen, einschließlich einer Mutter (in gemischten und Mädchenschulen muss wenigstens eine Mutter Beraterin sein). Ein weiterer Berater ist ein von der HJ entsandter Jugendführer. 25. 11. Beginn des Ausbildungskursus für zwei Lehrkräfte zur sachgemäßen Bedienung von Filmapparaten in der Berufsschule Thyssenstraße. 1. 12. Eltern mit Einkommen müssen jeweils vierteljährlich 2o Pfennig zur Anschaffung eines Filmgerätes bezahlen. Ein Filmgerät kostet 400,- Mark, ein Unterrichtsfilm 200,- Mark. 11. 12. Kunsttöpfer Blickmann führt die Kinder unserer Schule in die Tontöpferei an der Drehscheibe ein. 14. 12.: Heimkehr der Hamborner Kinder aus dem neuen „Landjahr“. 18. 12.: Aus der Kampschule kehren acht Knaben aus Liebenwalde und 5 Mädchen aus Selent (Holstein) zurück. Begrüßungsfeier unter Beteiligung aller Hamborner Schulleiter im Apollo – Theater Hamborn. 15. 12.: „Auslese“ der Kinder für das neue „Landjahr“. Viele Kinder haben sich gemeldet. 19. 12.: Konrektor Jüstel hat die Rückversetzung in seine schlesische Heimat erhalten.

 

1935

13.1. Rundfunkübertragung zur Saarabstimmung in den oberen Klassen, danach Feierstunde auf dem Schulhof. 16.1. Lehrer Langhoff besetzt die freigewordene Stelle von Konrektor Jüstel. Für die „Winterhilfe“ werden 121,27 RM gesammelt. 9.3. Trauerfeier der oberen Klassen für den verstorbenen bayrischen Kultusminister Hans Schemm. 18.3. „Heldengedenkfeier“ für die deutschen Gefallenen des 1. Weltkrieges auf dem vorderen Schulhof. Danach Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof in Anwesenheit aller Schüler. 31.3. Elternabend mit Entlassungsfeiern. Zukünftig sollen Klassenelternabende abgehalten werden. Am 23.9. wird eine Büste des „Führers“ Adolf Hitler aufgestellt. Die Kosten sollen eigentlich die Eltern der Schulkinder aufbringen. Da es aber schon so viele Sammlungen für verschiedene Zwecke gegeben hat, beschließt das Lehrerkollegium die Büste aus dem Sparkassenguthaben der Schule zu bezahlen. Sechs Lehrer der Kampschule erhalten das Ehrenkreuz des Frontkämpferbundes. Am letzten Tag vor den Weihnachtsferien findet im Musikzimmer der Schule eine gemeinsame Weihnachtsfeier statt.

 

1936

Die Schule erhält am 13.2. den „Erlaubnisschein“ zum Hissen der HJ – Flagge, da alle Schüler Mitglied der HJ geworden sind.

 

1937

Die Schulentlassungsfeiern stehen unter dem Leitwort „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“.

 

1938

Die Norbertusmädchenschule wird aufgelöst. 185 Kinder werden zur Kampschule überwiesen.

 

1939

Am 1. 4. wird die „Deutsche Schule“ im Stadtbezirk eingerichtet. Die Kampschule zählt 653 Kinder. Die Schulgrenzen bilden die Goethe-, Markgrafen, Zinkhütten- und Duisburgerstraße. Bei Kriegsbeginn werden drei Lehrer zum Heeresdienst einberufen, später insgesamt fünf. Einer davon fällt an der Front. Da kein Ersatz gestellt wird, muss der Unterricht sehr leiden.

 

1942

Die Schule erhält einen Fernsprecher. Der Unterricht wird notdürftig aufrechterhalten.

 

1943 (- 1945)

Um den Gefahren des Krieges zu entgehen, schicken viele Eltern ihre Kinder nach Württemberg und ins Allgäu. Am 13.5. erfolgt ein Großangriff (Luftangriff) auf Hamborn. Die Schule wird durch 3 Brandkanister zum größten Teil zerstört. Eine Luftmine fällt auf die Turnwiese. Eine schwere Bombe fällt auf den Mädchenspielhof. 8 Klassenräume können überhaupt nicht mehr benutzt werden, da sie völlig ausgebrannt sind. Das Inventar wird gerettet, da es vorsorglich in den Kellerräumen untergebracht ist. Alle Schulen werden geschlossen, da die meisten zerstört sind und die Fliegerangriffe immer mehr zunehmen. Die Kinder werden mit ihren Lehrern nach Mittel- und Süddeutschland (Allgäu) evakuiert. Die Schulleiter bleiben vor Ort, um die notwendigen Überweisungen zu leiten. Später werden sie am Rathaus beschäftigt um Bombenschäden festzustellen.

 

1945

Kriegsende. Die Lehrkräfte beginnen mit den Aufräumungsarbeiten in der Schule. Am 6. August wird wieder mit dem Unterricht begonnen. Auf Anordnung der Militärregierung darf ein großer Teil der Lehrer den Dienst nicht wieder aufnehmen, weil sie sich in der NSDAP besonders betätigt hatten. Es fehlt besonders an Schulleitern, sodass die Schule an der Grimmstraße und die Schule an der Kampstraße vereinigt werden müssen. Polnische „Fremdarbeiter“, die in der Grimmschule untergebracht sind, verbrennen das gesamte Inventar. Ein Teil des geretteten Inventars der Kampschule und aus anderen zerstörten Schulen muss daher der Grimmschule überlassen werden. Unterricht und Aufbau können nur nach und nach erfolgen, da es an Räumen und an Lehrkräften mangelt. Vorerst können nur 5 Klassenräume benutzt werden. Dank der Mithilfe der Stadt können jedoch nach und nach die zerstörten Klassenräume wieder instandgesetzt werden.

 

1948

Kurz vor der Währungsreform ist die Schule wieder in ihrem alten Zustand. Ein neuer Anstrich erfolgt. Es fehlt an Tischen und Bänken für 3 Klassenräume, da sie dem Bombenkrieg zum Opfer gefallen waren. Den vollen Unterricht können die Kinder nach wie vor nicht erhalten, da nur 15 Lehrkräfte zur Verfügung stehen.

 

1951/52

Rektor Meuren, der mehr als 30 Jahre in Hamborn gewirkt hat, davon 20 Jahre als Leiter der Kampschule, nimmt Abschied. Sein Nachfolger wird Rektor Voß, der von 1919 bis 1925 als Lehrer an der Schule gewesen war. Die Schule zählt 17 Klassen mit 856 Kindern, sieben Lehrer und zehn Lehrerinnen (= 51 Schüler pro Klasse/Lehrer). Die Sammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ergibt einen Betrag von 82,- DM. Für „Kinder in Not“ werden dem Roten Kreuz 151 Weihnachtspäckchen übergeben.

 

1952/53

Rektor Meuren räumt die Dienstwohnung. Sie wird gründlich renoviert und in zwei Wohnungen aufgeteilt. Lehrer Alfred Lidigk und Lehrer Heinrich Löwen ziehen ein. Neueinrichtung des Dienstzimmers des Rektors und des Lehrerzimmers. Drei Fenster eines Klassenzimmers werden mit Verdunkelungsvorhängen versehen, damit ist in der Schule ein „Lichtbildraum“ vorhanden. Bei den Schwimmwettkämpfen der Stadt Duisburg wird unsere Schule in der 10 x 50 m – Bruststaffel für Knaben erster Sieger. Zum zweiten Mal vom Verband der Duisburger Schwimmvereine gestifteter Wanderpreis. Es muss Schichtunterricht eingerichtet werden, da die Decken und Fußböden in beiden Flügeln vom Schwamm befallen sind und nacheinander erneuert werden müssen. Die Schule erhält neue Toilettenanlagen (mit Wasserspülung und als einzige in Duisburg mit Infrarotheizung). Die Sammlung für das Jugendherbergswerk ergibt 66,20 DM. Für die Opfer der Überschwemmungskatastrophe in Holland werden 150,90 DM gesammelt. Zur „Pflege der Geselligkeit“ macht das Lehrerkollegium eine „frohe Fahrt“ zur Grugaausstellung nach Essen.

 

1953/54

Fachleute stellen an der Schule bauliche Unzulänglichkeiten fest, die die Sicherheit der Schulkinder stark gefährden.  An manchen Klassenzimmertüren hängen Schilder mit der Aufschrift „Einsturzgefahr“. Wegen Baufälligkeit wird die gesamte Schule nach und nach überholt. Die Schule erhält 7 moderne Wandschiebetafeln mit seitlichen Klappen und 1 Doppelgestelltafel mit 4 Flächen. Neue Warmwasserheizung. Anstelle des alten Läutewerks wird eine neue Uhr mit elektrischer Läutevorrichtung eingesetzt. Schichtunterricht während des ganzen Jahres wegen der Bauarbeiten. 26. 4. 1953: Tod des früheren Schulleiters Matthias Meuren. Die Jungen erringen zum 3. Mal den Wanderpreis im Schwimmen. Die Schüler der Kampschule werden 1. Sieger bei den Deutschen Jugendmannschaftsmeisterschaften. 16. 6.: Fahrt des Lehrerkollegiums nach Wuppertal zur Besichtigung der Firma J. P. Bemberg. Der Schule wird die Anschaffung einer Geige für den Musikunterricht bewilligt.

 

1954/55

Die Schule wird von 622 Kindern (313 Knaben, 309 Mädchen) in 14 Klassen besucht, die von 5 Lehrern und 9 Lehrerinnen betreut werden. Zwei Lehrerinnen der Kampschule heiraten. Es wird betont, dass beide im Schuldienst verbleiben wollen. Am 15. 1. feiert Hausmeister Gießelmann sein silbernes Ortsjubiläum. Alle Räume der Schule haben jetzt Betondecken und neue Holzfußböden, einige sogar Parkett, außerdem moderne Tapeten, feste, dichtschließende Türen, elektrisches Licht und fließendes Wasser. In einem Teil der Räume werden Garderobenschränke für die Kinder eingebaut. Dort, wo das nicht möglich ist, muss weiterhin die Garderobe in den Fluren aufgehängt werden. Raum für den Naturlehreunterricht mit Experimentiertisch mit Armaturen und Schränken für die Lehrmittel. „Besonders freundliche“ Neugestaltung des Handarbeitsraums. Für die Aufbewahrung der Lehrmittel wird ein neuer Raum geschaffen mit Lehrmittelschränken und einer Hadü – Kartenaufhängevorrichtung. Neues Mobiliar für das Lehrerzimmer. Im ersten Stock werden durch Mauerdurchbruch zwei Klassenzimmer miteinander verbunden, der vor allem als Musiksaal und Feierraum gedacht ist. Durch eine Schiebetür kann der Saal in zwei Räume geteilt werden. Alle Räume erhalten modernes Klassengestühl. Auf die Ausschmückung mit schönen Bildern und künstlerisch wertvollen Kreuzen wird Wert gelegt. Alle Räume der Vorderseite der Schule erhalten Sonnenvorhänge. Die Schülerhilfe für die süddeutschen Katastrophengebiete beträgt 107,60 DM. Für alte Leute werden 15 Pakete mit Lebensmitteln gepackt. 22. Juni: gemütliches Beisammensein des Lehrerkollegiums im Gasthof Krinn. Am 28. Juni Tagesausflug mit der ganzen Schule nach Zons. Die Fahrt wird von der Firma Luwen mit der „Westmark“ durchgeführt. Am 29. Juli frohe Fahrt des Lehrerkollegiums nach Blankenstein. Am 9. Februar Gemeinschaftsfeier des Kollegiums in der Schule. Im Juli wieder Maßnahmen des Gesundheitsamtes wegen drohende Kinderlähmung. Da die Norbertusschule an der Grimmstraße zu wenig Kinder hat, werden auf Anordnung des Schulrats Maibach Kinder unserer Schule an die Norbertusschule überwiesen. 31. 3.: Verabschiedung von Konrektorin Anna Feid, Nachfolger wird am 1. 2. Lehrer Bruno Rosenspieß.

1955/56

Sinkende Schülerzahlen machen es möglich, die Klassenfrequenz zu verringern. 556 Schüler werden in 13 Klassen von 5 Lehrern und 8 Lehrerinnen unterrichtet. Rektor Karl Voß feiert am 17. 5. in der komplett renovierten und teilweise neu ausgestatteten Kampschule das 40-jährige Ortsjubiläum. 1. 10.: Tod der ehemaligen Konrektorin Anna Feid. Hausmeister Friedrich Gießelmann wird am 31. 1. wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand verabschiedet. Seinen Dienst übernimmt sein Schwiegersohn Helmut Büsching. Der ehemalige Hausmeister der Schule Peter Puhl stirbt am 18. 6. mit 77 Jahren. Für den Handarbeitsunterricht stehen der Schule 4 Nähmaschinen zur Verfügung, u. a. seit Juli eine neue „Pfaff- Nähmaschine 60“. Im September erhält die Schule einen neuen Siemens – Schmalfilmprojektor „2000“. Die Schüler packen 18 Weihnachtspakete für arme, alte Leute. 1. Sieg für unsere Jungen bei den Schwimmwettkämpfen der Stadt. Zum 4. Mal Wanderpreis der Duisburger Schwimmvereine. Die Knaben und Mädchen der Oberklassen finden sich zu einer Theatergemeinschaft zusammen und führen am 25. 9. das Lustspiel „Der Schweinehirt“ auf. 11.11.: Der Sankt-Martins-Zug zieht in Begleitung der Bergmannskapelle durch die Straßen des Schulbezirks. Im Oktober und November Diphterie-Tetanus-Scharlach-Schutzimpfung. Im Oktober Kegelabend und im Januar Gemeinschaftsfeier des Lehrerkollegiums im Handelshof.

 

1956/57

517 Kinder (258 Knaben, 259 Mädchen), die von 6 Lehrern und 7 Lehrerinnen in 12 Klassen unterrichtet werden. Am 24. Juli Gemeinschaftsfeier des Lehrerkollegiums. Am 24. September Sommerausflug ins Ruhrtal, Ziel: der Hesperkrug im Hespertal (Essen – Heitkamp). 13. Dezember: frohe Nikolausfeier des Kollegiums in der Schule.

 

1957/58

491 Kinder (239 Knaben, 252 Mädchen), die in 12 Klassen von 5 Lehrern und 7 Lehrerinnen unterrichtet werden.6. 4. 1957: Verabschiedung von Konrektor Bruno Rosenspieß wegen „tückischer Krankheit“. Neue Konrektorin: Johanna Lem. Im September wird der Schule ein Zetiv – Vervielfältiger genehmigt. Im Januar kann das alte Klavier unserer Schule gegen einen alten, aber gut renovierten Flügel eingetauscht werden. Das veraltete Rundfunkgerät der Schule, mit dem nur Darbietungen der Mittelwelle aufgenommen werden konnten, wird abgegeben. Stattdessen erhält die Schule ein neues Rundfunkgerät der „Schulfunkzentrale Duisburg“. Im Juni wird den Eltern und den Kinder als Werbevorführung der Film „Der große Groschen“ gezeigt, um den Spargedanken stärker anzuregen. Wegen Grippeepidemie wird die Schule vom 19. 9. bis 26. 9. geschlossen. Am 17. Juli unternimmt das Lehrerkollegium den Sommerausflug ins Ruhrtal nach Mülheim – Menden. Am 28. Januar treffen sich die Lehrer zu einer Kegelpartie im Haus Wagner am Altmarkt.

 

1958 / 59

548 Kinder (280 Knaben, 268 Mädchen), von 4 Lehrern und 8 Lehrerinnen in 12 Klassen unterrichtet. Im April wird eine Mauer an der Ostseite des Hofes gebaut, sodass das Schulgrundstück von allen Seiten abgeschlossen. Im Keller wird ein Raum abgetrennt und als Milchkeller eingerichtet. Der Wanderpreis der Duisburger Schwimmvereine geht im September endgültig in den Besitz der Schule über. Am 16. Januar machen 4 Klassen eine Sonderfahrt mit der Bundesbahn in den Schnee, Ziel: Velbert im Eggegebirge. Wegen des 75. Geburtstages des Bundespräsidenten Theodor Heuß ist am 31. Januar schulfrei. Wegen der Grippeepidemie im Februar müssen 6 Klassen für je eine Woche den Unterricht einstellen. Weihnachten werden 7 Frühstückskörbe an alte Leute überreicht, 10 Pakete werden in die Ostzone verschickt. Das Lehrerkollegium unternimmt am 23. Juni eine Fahrt nach Moers und zum linken Niederrhein mit gemütlichem Beisammensein im Gasthof Lamershof bei Krefeld. Am 24. November wird im Gasthof Baumeister in Neumühl gekegelt.

 

1959/60

555 Kinder (288 Knaben, 267 Mädchen), unterrichtet in 12 Klassen von 4 Lehrern und 8 Lehrerinnen. Rektor Voß tritt in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Rektor Eckert, der vom Rat der Stadt als erster „Auswärtiger“ (aus Krefeld) in den Stadtbezirk gewählt worden war, mit 34 einer der jüngsten Schulleiter Duisburgs. Renovierung der Schule. Alle Klassen erhalten zusätzlich Langwandtafeln, sechs statt bisher drei Leuchten, Waschbecken usw. Die Toilettenanlage der Schule wird überholt. Die Spielwiese wird vergrößert, neu eingezäunt, auf ihr wird ein „Tummelplatz“ eingerichtet und eine Sprunggrube mit Bahnen für Hoch- und Weitsprung angelegt. Beim Schulschwimmen im Rahmen der Vaterländischen Festspiele erringen die Knaben der Schule den 1. Platz. In den Kämpfen um die Duisburger Meisterschaft der Volksschulen wird die Kampschule Stadtmeister. Das Opfer der Schule für die Algerienhilfe beträgt 125,72 DM. Am 16. Juni unternimmt das Lehrerkollegium eine Fahrt in die Natur ins Neandertal. 28. Oktober: Fahrt des Kollegiums nach Köln zur Besichtigung der Gebrüder – Stollwerck – AG. Am 11. Februar besichtigt der Lehrkörper der Kampschule die Bergschule in Hamborn mit persönlicher Führung durch Oberbergrat Schlesinger.

 

1960/61

Die Schule hat 558 Kinder in 14 Klassen (40 pro Klasse). Höchstzahl in einer Klasse ist 46. Der Schulhof wird eingefriedet, der Treppenbelag in beiden Treppenhäusern erneuert und die Aula erhält eine Bühne mit Vorhang, 150 Klappstühle und eine Faltwand, die sie in zwei Räume unterteilen kann. Aus dem Pestalozzidorf, wo Rektor Eckert Deutschunterricht für Ausländer erteilt, kommen Gäste aus Guinea, Ghana und Indien, um den Schülern aus ihren Heimatländern zu berichten. Am 5. Mai beginnt die Renovierung der Schule in vier Etappen durchgeführt: Jeweils eine Etage wird geräumt und die Klassen in die Nebenräume evakuiert. Alle Klassen bekommen neue Tafeln 3 x 4 m, weitere neue Deckenlampen und Steinemaille an den Stirnseiten bis zur Decke, Neueinrichtung des Rektorzimmers, neue Leuchten für die Flure, neue Böden für Lehrer- und Rektorzimmer, Glastüren für dieselben, Umbau der nicht benutzten Garderobeschränke in Materialschränke und Hinterkachelung aller Waschbecken. Bei den Wahlen zur Elternpflegschaft wird Frau Dr. E. Storm zur Vorsitzenden gewählt. Sie hat 3 Kinder an der Schule und ist die Gattin des CDU – Bundestagsabgeordneten und Bürgermeisters von Hamborn Dr. Storm. Tod des Lehrers Arthur Schroeder. Am 26. 4. Und 27. Oktober Einzelberatung des Arbeitsamtes für die zur Entlassung gelangenden Mädchen und Knaben. Besuch der Entlassschüler an der Schachtanlage Neumühl. Die Klassen 1 – 4 besuchen das Märchenstück „Dornröschen“ der Dinslakener Bühnen im Fritz-Woike-Haus. Klassenfahrt der Mädchen der Oberklasse nach Gemünd in der Eifel. Bei einem Probefeueralarm kann die Schule in der Rekordzeit von 1 Min. 25 Sek. geräumt werden. Erstmalig nehmen beim St.-Martins-Zug Klassen mit einheitlich selbstgefertigten Laternen am Zug teil. Nach dem Zug trifft sich das Kollegium im Lehrerzimmer zu einer internen „Nachfeier“. Am 24. November von 10.30 – 12.30 Uhr und von 15.30 – 18.30 Uhr „Elternsprechtag“. Schulleiter Eckert und Frl. Keßler fahren am Volkstrauertag mit sieben Schülern im Privat – PKW nach Henri Chatell / Belgien, um dort die Kriegsgräber gefallener amerikanischer Soldaten aus dem 2. Weltkrieg mit Lichtern zu schmücken. Es soll bei den Schülern die Friedensbereitschaft und die Toleranz gestärkt werden. In den Jahren zuvor war es für Schüler üblich, auf den Gräbern gefallener deutscher Soldaten Lichter aufzustellen. Anschließend fahren die Lehrer und Schüler weiter zu einem Soldatenfriedhof in Margraten den Niederlanden. Die Aktion findet ein breites Presseecho. Geplant ist eine Städtepartnerschaft zwischen Syracuse (USA), der Heimatstadt der in Margraten gefallenen amerikanischen Soldaten, und Duisburg. Die Adventfeier der Schule findet mehrfach statt: in der Schule, im Ratskeller vor alten Leuten, vor den Kranken im St.-Johannes-Hospital und im Morianstift. Am letzten Schultag überträgt der „Hausfunk“ eine vorweihnachtliche Sendung in die Klassen. Konrektor Zajusch verlässt die Schule.

 

 

1961/62

558 Kinder besuchen die Kampschule. Die Durchschnittsschülerzahl pro Klasse beträgt 40 Schüler, die Höchstzahl 46. Der vordere Teil des Schulhofes wird eingefriedet. Der gesamte Schulhof erhält eine Asphaltdecke. Gemeinsamer Ausflug mit Gästen aus Ghana in Privat – PKW zu historischen Stätten am Niederrhein. Einrichtung von „Hobbygruppen“ an der Schule unter der Leitung von Lehrern zu den Themen: Foto, Englisch, Flöten, „Leseratten“, Laienspiel, Blumen, Fußball, Gesellschaftsspiele. Die ältesten Bewohner Hamborns feiern am 2. 2. Diamantene Hochzeit. Aus diesem Anlass singt im Agnesstift der Schulchor, die Flötengruppe spielt und einige Kinder sagen Gedichte auf. Studienrat Meurer von der Landesarbeitsstelle für Jugendschutz spricht am 30. 1. über „Jugendgefährdung und Elternverantwortung“.

 

1962/63

561 Kinder besuchen die Schule, davon 304 Knaben und 287 Mädchen in 14 Klassen. Ein Naturlehreraum und ein Werkraum werden mit entsprechenden Geräten und Werkzeugen eingerichtet. Von 13 Lehrpersonen sind 10 Junglehrer / Junglehrerinnen. 22. 2. Kegelabend mit dem Kollegium und 10 jungen Männern aus Afrika, Asien und Amerika, die der Schulleiter eingeladen hatte. Aufführung des Stückes „Nurredin und die schöne Perserin“ im Rahmen der Sparwoche der Duisburger Sparkassen durch Kinder unserer Schule. Schulsportfest 17. 7. Auf dem Platz von Hamborn 07 Feier zum 40-jährigen Priesterjubiläum von Pfarrer Siemons mit Tanz- und Flötendarbietungen unserer Kinder. Neuanschaffung für die Schule: 3 neue Nähmaschinen, Sicherheitsschlösser für die Schränke, in denen Filmgeräte usw. aufbewahrt werden., Stromversorgungsgeräte, eine transportable Leinwand, ein Werkzeugschrank, eine Allzweckmaschine und Werkzeuge. Im Lehrerzimmer richtet Rektor Eckert eine Freihandbücherei ein.

 

1963/64

Englisch wird als neues Fach vom 5. Schuljahr an eingeführt. Ein Fotolabor und eine zentrale Schülerbücherei mit über 700 Büchern werden eingerichtet. Auf dem hinteren Schulhof wird während der Osterferien ein Bereich für Volley- und für Korbball markiert. 559 Kinder besuchen unsere Schule, davon 280 Knaben und 279 Mädchen in 15 Klassen. Wieder mehrfache Klassenleitung: Frl. Keßler leitet die Klassen 1b, 2b, 3a und 3b. Um Lücken im Stundenplan der Klassen zu schließen, erklären sich mehrere Kolleginnen zu bis zu 5 zusätzlichen Stunden pro Woche bereit, die mit 10,- DM pro zusätzlicher Stunde bezahlt werden. Helferdienst im Rahmen der Schülerselbstverwaltung: je ein Kind aus der Oberklasse ist zuständig für die Ordnung auf den Schulhöfen, auf den Toiletten und beim Aufstellen des 1. Und 2. Schuljahrs nach der Pause. Wie jedes Jahr wird auf dem Schulhof zu Fronleichnam ein Altar aufgebaut und von den Schülern mit Blüten und Blättern geschmückt. Bei der Fronleichnamsfeier erstmaliger Einsatz von Lautsprecher und Tonbandgerät. Werksbesichtigung des Lehrerkollegiums bei Thyssen – Gas, anschließend gemütliches Beisammensein in der Werkskantine. Die Klasse 6 führt im Oktober während der pädagogischen Woche das Theaterstück „Kennwort Mammon“ in der Mercatorhalle auf. Gedenk- und Trauerfeier der Oberstufe anlässlich des Todes von Altbundespräsident Theodor Heuss in der Aula. Probeunterricht in den Räumen unserer Schule für das Sozialkundliche Aufbaugymnasium.

 

1964/65

555 Kinder, davon 277 Jungen und 278 Mädchen in 14 Klassen. Von den 13 Mitgliedern des Kollegiums sind 8 Junglehrer(innen) und 2 Aushilfslehrer(innen) („Mikater“). Am 18. 6. Aufführung des Puppenspiels „Der Mann mit dem grünen Hut“ in der Aula als Beitrag des Jugendamtes zur Verhinderung von Sittlichkeitsverbrechen für die Unterstufe. Das Kollegium besichtigt am 11. 6. Die Schachtanlage der Zeche 2/5. Im Oktober finden im Rahmen der Pädagogischen Woche in der Mercatorhalle Versuche mit „Instruktionstischen“ statt, die Schulleiter Eckert selbst entwickelt hat. „Eine aufklappbare Arbeitsplatte macht für jedes Kind ein Arbeitsfeld frei, das mit Lernprogrammen ‚gefüttert‘ werden kann.“ Zu Beginn jeder Adventswoche findet im Schulflur ein Adventssingen statt. Nach dem Singen jeweils eine gemeinsame Adventsfeier über den Schulfunk (Tonband). Probeunterricht für die Schüler und Schülerinnen des Theodor – Heuß – Gymnasiums in unserer Schule. Im Winter Tollwutepidemie in Duisburg. Die Kinder werden darauf hingewiesen, dass der Kontakt mit Tieren, vor allem Katzen, vermieden werden sollte. Am 25. 1. Kollegiumsfahrt zum Kahlen Asten. Am 9. 2. führt die Verkehrspolizei ihren Verkehrserziehungswagen und ihren kombinierten Funk- und Radarwagen vor. Neue Hängeregale im Lehrer- und Rektorzimmer. Die Firma Thyssen – Gas – und – Wasser stiftet die Grundausstattung einer Dunkelkammer. Die Stadtsparkasse schenkt der Schule einen Teleskop – Plattenspieler. Neues Verkehrszimmer mit Projektor. Im Rektor- und Lehrerzimmer werden Aquarien mit Fischen und Bewuchs aufgestellt.

 

1965/66

610 Schüler(innen): 288 Jungen und 322 Mädchen. Am 3. 7. Firmung der Schulkinder durch den Hw. Herrn Weihbischof Angerbaum in der St. – Norbertus – Kirche. Alle Schüler haben an diesem Tag schulfrei. Wochenendfahrt des Kollegiums nach Ediger (Mosel) Ende Mai mit „gemütlichen Tafelrunden“, Weinprobe im Weinkeller, Tanz und Spaziergängen an Eifelmaaren. Lebhafte Diskussion über das Thema „Unser Bibelunterricht in der Volksschule“ mit H. Kaplan Nösges. „Erhitzte Gemüter konnten sich durch guten Wein, der gereicht wurde, Kühlung verschaffen.“ In den Klassen 6/7 und 3 streichen einige Eltern die Wände. Renovierung des Lehrer- und des Rektorzimmers und neue Beleuchtungsanlagen. Die Firma Thyssen – Gas stiftet eine Gegensprechanlage. Das Fotolabor erhält nötige elektrische Anlagen und kann jetzt benutzt werden. Neue Möbel und Bücher für die zentrale Schülerbücherei, die mit 700 Büchern (für 3500,- DM) am 5. 11. eröffnet wird.

 

1966

Erstes Kurzschuljahr zur Umstellung des Schuljahresbeginns von Ostern auf Herbst (von 25. 4. 1966 bis 30. 11. 1966). Einführung der Lehrmittelfreiheit mittels Gutscheine für Familien mit drei und mehr schulpflichtigen Kindern. 467 Kinder in 12 Klassen, davon 225 Jungen und 242 Mädchen. 19. – 25. September Ausstrahlung erster Schulfernsehversuchssendungen, die von verschiedenen Klassen gesehen und ausgewertet werden. Einrichtung eines Sprachlabors. Volle Lehrmittelfreiheit für Familien mit 3 und mehr unterhaltsberechtigten Kindern. Die Gutscheine hierfür werden in der Schule an die Kinder übergeben.  Wie alljährlich wird am 17. Juni der Tag der deutschen Einheit würdig durch die Kinder der Oberstufe in der Schule gestaltet. In der Zeit vom 19. – 23.9. werden verschiedene Fernsehsendungen für die Mittel- und Oberstufe angeboten. Es handelt sich dabei um Versuche des Schulfernsehens. Bei den Schwimm – Vergleichswettkämpfen im Stadtbad Hamborn werden die Mädchen Bezirkssieger. Sieg der Kinder der Kampschule beim Wettbewerb um die schönsten „Fackeln“, ausgerufen von der Firma Horten. Am Ende des Schuljahres keine Schulentlassung: das 9. Schuljahr wird als Pflichtschuljahr eingeführt.

1966/67

Zweites Kurzschuljahr von 1. 12. 1966 bis 26. 7. 1967 mit 465 Kindern (329 Knaben, 236 Mädchen). Ab 5. 12. werden sechs Rechenkurse eingerichtet, wegen des großen Leistungsgefälles aber bald wieder aufgegeben. Der Turnunterricht für die Jungen der Kampschule findet in der Turnhalle der Grimmschule statt. Der Nikolaus verteilt 50 Pfund Bonbons, die noch vom St. – Martins – Zug übriggeblieben sind. Einführung der halben Lehrmittelfreiheit für alle Schüler: Jeder Schüler erhält einen Gutschein, auf dem sämtliche benötigten Bücher eingetragen werden. Im Buchhandel erhalten die Schüler diese Bücher zum halben Preis. Kinder aus sozial schwachen Familien erhalten einen 2. Gutschein. Am Tag der Beisetzung des verstorbenen Altbundeskanzlers Konrad Adenauer (25. 4.) ist schulfrei, damit jeder Gelegenheit hat, das Staatsbegräbnis im Fernsehen zu verfolgen. Am Ende des Schuljahres erstmalig „Abgangszeugnisse“ für Schüler, die mit mindestens ausreichenden Leistungen aus dem 9. Schuljahr entlassen werden.

 

1967/68

Im Anschluss an den hinteren Schulhof wird eine Sportanlage (Gymnastikwiese, Laufbahn, Sprunggrube) errichtet. Einschränkung der Lernmittelfreiheit: Pro Klasse wird ein bestimmter Gutschein – Wert festgesetzt von 6 bis 35,- DM. „Der äußere Eindruck des Schulgebäudes ist nicht sehr günstig, da noch die Bombenschäden des letzten Weltkrieges zu sehen sind und die Schule die gleiche Fassade wie 1904 noch heute besitzt.“ Seit zwei Jahren Block- und Tagespraktika für Studenten der PH Duisburg. Der Vorsitzende der Elternpflegschaft ist selbst Pädagoge (Oberstudiendirektor).

 

1968/69

Am 1. August Inkrafttreten der großen Schulreform: Trennung von Grundschule (1. – 4. Schuljahr) und Hauptschule (5. – 9. Schuljahr). Die Katholische Volksschule an der Kampstraße wird also aufgelöst. Am Schulstandort entsteht die Katholische Grundschule an der Kampstraße mit den Schülern der früheren Grundstufen der Grimmschule und der Kampschule. Neue Schulleiterin: Rektorin U. Birker (bisher Rektorin der Katholischen Volksschule Grimmstraße). 386 Schüler in 10 Klassen, insgesamt 8 Lehrer. Die Vorderfront des Schulgebäudes wird in den Sommerferien durch Sandstrahlgebläse „verjüngt“. Der frühere Naturlehreraum wird Gymnastikraum, der Handarbeitsraum wird Lehrmittelraum. Ab dem Sommer wird der Sportunterricht z. T. in der Turnhalle der Grimmschule durchgeführt.

 

1969/70

Der Lehrermangel erreicht einen vorläufigen Höhepunkt (Einführung des 9. Schuljahres, Einführung der „Lehramtsanwärterzeit“ als 2. Phase der Lehrerausbildung. Der Kultusminister appelliert in einem Brief an alle Lehrer, durch zusätzliche Überstunden einen Teil des Stundendefizits für die Schüler auszugleichen. Weitere Maßnahmen zur Überbrückung des Lehrermangels: Beschäftigung von Pensionären und von Fachkräften aus Handwerk und Wirtschaft als Angestellte, Ausbildung von Aushilfskräften u.a.). In Duisburg stehen durchschnittlich 0,9 Lehrer pro Klasse (statt 1,3 2ie Richtzahl) zur Verfügung und für die Grundschulen 0,6 Lehrer (statt 1,0). An der Kampschule: für 11 Klassen stehen 7 Lehrer zur Verfügung. Das Stundendefizit von 36 Stunden wird durch Überstunden von 5 Lehrern auf 16 reduziert.

 

1970/71

Das 10. Schuljahr wird eingeführt: vorerst pro Schulaufsichtsbezirk eine Klasse (in Hamborn an der GHS Bilsestraße), in der die Schulabgänger mit den besten Leistungen aller Hauptschulen die „Mittlere Reife“ erlangen können. Für die Grundschulen sind neue Richtlinien entwickelt worden, die an „Versuchsgrundschulen“ (je eine pro Schulaufsichtsbezirk – in Hamborn die GGS Gertrudenstraße „ausprobiert“ werden sollen. Einführung der völligen Lernmittelfreiheit: alle Schüler erhalten einen Gutschein auf einen bestimmten, vom Kultusministerium für jede Klasse festgesetzten „Durchschnittsbetrag“, mit dem die benötigten Bücher im Buchhandel gekauft werden können. An der Kampschule nur noch 10 Klassen und 6 Lehrer. Zwei Klassen der GGS Grimmstraße werden bei uns untergebracht. Die Heizungsanlage wird auf Erdgas umgestellt. Sie ist die erste Anlage dieser Art in Duisburg.

 

 

 

 

1971/72

10 Klassen, 6 Lehrer. Im Laufe des Schuljahres viele Veränderungen im Kollegium. Die Lehrer müssen an vielen Fortbildungsveranstaltungen zu den neuen Richtlinien teilnehmen.

 

1972/73

Herabsetzung der Pflichtstundenzahl der Lehrer um 2 Stunden auf 28 Wochenstunden (Schulleiter nur 1 Stunde). Schulbücher dürfen erstmalig als „Sammelbestellung“ (ein Sammelgutschein pro Klasse) besorgt werden; die Buchhändler müssen dafür 5 % Rabatt geben. Kampschule: 10 Klassen, 8,6 Lehrer. Auf Initiative der Schulpflegschaft findet von Januar bis Februar 1973 ein Verfahren zur Umwandlung der Kath. Grundschule Kampstr. In eine Gemeinschaftsgrundschule statt. Am 15. 2. Stimmen 95 % der Eltern für diese Umwandlung, die zu Beginn des neuen Schuljahres in Kraft treten wird. Die Schulbezirksgrenzen werden geändert.

 

1973/74

Neue Situation: Gemeinschaftsgrundschule mit Schulkindergarten. 397 Schüler in 12 Klassen und Schulkindergarten. 11 Lehrer und 1 Schulkindergärtnerin. Außerdem neu: Schulsekretärin mit 2 Stunden täglich. In den Ferien bauliche Veränderung: die frühere Klasse neben dem Rektorzimmer wird Lehrerzimmer und Sekretariat, das frühere Lehrerzimmer wird Kartenraum, der frühere Kartenraum wird Schulkindergarten. Die inzwischen erprobten und überarbeiteten Richtlinien für die Grundschule werden vom 1. Schuljahr an (aufbauend) verpflichtend eingeführt, einschließlich „Neue Mathematik“. Über eine neu installierte Rundspruchanlage lassen sich Informationen in alle Räume der Schule übermitteln.

 

1974/75

Das Lehrerkollegium muss mehrere Pädagogische Konferenzen über die neuen Richtlinien durchführen. Angebot des Kultusministeriums, die 5-Tage-Woche ganz oder 1 – 2mal im Monat einzuführen. Beschluss der Lehrerkonferenz: 5-Tage-Woche 2mal im Monat (1 Jahr zur Probe); wird von den Klassen- und Schulpflegschaftsvorsitzenden bestätigt. Am 24. 5. erstes Schulfest der Kampschule – großer Erfolg! Mit dem Bau der Turnhalle wird begonnen. Erneuerung und Erweiterung der Elektroinstallation. Anschließend Innenrenovierung.

 

1975/76

Errichtung der ersten Vorbereitungsklassen für türkische Gastarbeiterkinder; erste türkische Kollegin. 5-Tage-Woche wird 14-täglich eingeführt. Im Mai Schülerfest nur für die Schüler der Kampschule von dem Erlös des Schulfestes. Am Ende des Schuljahres Fragebogenaktion, als Reaktion der Beschluss, die 5-Tage-Woche im kommenden Schuljahr ganz durchzuführen. Der Schulhof wird mit dauerhafter Farbe für die Unterstützung zur Verkehrserziehung und zu Pausenspielen bemalt.

 

1976/77

Fertigstellung der neuen Turnhalle. Einweihungsfeier am 16. 9. Nunmehr 2 Vorbereitungsklassen für türkische Schüler. Am 4. 6. 2. Schulfest der GGS Kampstr. Wieder großer Erfolg. Im Sommer großes Schulprojekt Wir gestalten unseren Schulhof um“.

 

1977/78

Zahl der Vorbereitungsklassen: 4. Als „Kunst am Bau“ für den Neubau Turnhalle wird das Spielpodium errichtet. Die im Zuge des Projekts Schulhofumgestaltung geplanten Veränderungen und Neuerungen werden durchgeführt. Der Schulhof wird ein in Spiel- und Ruhezonen eingeteilter Spielhof. Eine Sprunggrube für den Sportunterricht wird auf dem Schulgelände eingerichtet.

 

1980

Im Rahmen des Wettbewerbs „Make-up Duisburg“ wird das Schulgelände außen mit einem neuen Anstrich versehen.

 

1991/92

258 Schüler insgesamt, davon 134 ausländische Schüler (52 %), im wesentlichen türkischer Nationalität.

 

1992/93

283 Schüler, davon 127 ausländischer Nationalität (45 %), Zusammensetzung wie 1991/92. Ab diesem Schuljahr gibt es keine Vorbereitungsklassen mehr für ausländische Schüler mit geringen deutschen Sprachkenntnissen. Nach einer Pause von 16 Jahren werden wieder Lehramtsanwärter ausgebildet. Die Schulbezirksgrenzen werden geändert – Ziel: eine gleichmäßigere Verteilung der ausländischen Schüler auf die benachbarten Schulen. Die Geldbeträge, die jährlich zum St.-Martinsfest gesammelt werden, werden wegen des Todes von Schwester Rafaela (Aktion Medeor) der Aktion Friedensdorf in Oberhausen zur Verfügung gestellt.

 

1993/94

243 Schüler, davon 121 ausländische Schüler (50 %), Zusammensetzung wie oben. Im Mai großes Schulfest zum 90-jährigen Bestehen der Schule an der Kampstraße.

 

1994/95

261 Schüler, davon 126 ausländische Schüler (48 %), Zusammensetzung wie oben. Aus Sparsamkeitsgründen betreut ein Hausmeister die Schule an der Kampstraße und die Schule an der Kantstraße. Beschäftigte des Stadtteilprojektes Marxloh verschönern die Schule außen.

 

1995/96

287 Schüler, davon 147 ausländische Schüler (51 %), Zusammensetzung wie oben. Die Schulkindergärtnerin arbeitet mit 6 Stunden integriert in den Klassen 1. Der Lehrmittelraum (Raum 12) wird zu einem Gruppenraum für verschiedene Aktivitäten, vor allem zur äußeren Differenzierung, umgebaut. Die beiden zum Schulgebäude gehörenden privaten Wohnungen bekommen eigene Hausnummern (Nr. 117 und Nr. 119), die Schule behält die Nr. 121. Gleichzeitig werden zwei Schilder mit dem Logo der Stadt Duisburg und dem offiziellen Namen der Schule aufgestellt. Im Sekretariat wird eine PC-Anlage aufgestellt. Sie dient der Schülerverwaltung (Ersatz für die Stammakten) und der schnelleren und häufigeren Abfrage von statistischen Daten durch die Bezirksregierung Düsseldorf. Die Schülertoilettenanlage wird teilweise renoviert. Die Schulkonferenz beschließt, eine Betreuungsmaßnahme einzurichten. In ihr sollen Schüler vor allem von alleinerziehenden und berufstätigen Eltern, unabhängig vom Stundenplan dieser Schüler von einer Betreuungsperson (Nicht-Lehrer) betreut werden. Der Beschluss kommt nicht zur Ausführung, da sich zu wenig Eltern verbindlich anmelden, vermutlich wegen zu hoher Kosten (40,- DM/Kind).

 

1996/97

290 Schüler insgesamt, davon 152 ausländische Schüler (52 %), Zusammensetzung wie oben. Schulfest.

 

1997/98

265 Schüler, davon 124 ausländische Schüler (47 %), Zusammensetzung wie oben. Der ehemalige Schulkindergarten im Keller an der Ostseite des Gebäudes wird zum Betreuungsraum („Schule von 8 – 13 Uhr“) umgebaut und kindgemäß umgestaltet. Ein Lagerschuppen rechts neben der Toilettenanlage wird abgerissen. Im Mai wird an 3 Tagen Projektunterricht durchgeführt unter dem Motto „So macht das Leben Spaß“. Im Namen des Projektunterrichts werden Markierungen für Hüpfspiele auf dem Schulhof aufgemalt. Die Projekttage finden am 4. Tag mit einem Kinderfest im benachbarten „Fritz-Woike-Haus“ ihren Abschluss. Gründung einer „Vandalismus-Kommission“ auf Anregung des Schulleiters. Aufgabe: Vandalismus an der Schule durch schulferne Personen (insbesondere Jugendliche) zu verhindern (Mitglieder: Schulleiter, Hausmeister, Vertreter der Polizei und der Stadt(„SAD-Sonderaußendienst“).

 

1998/99

240 Schüler, davon 157 ausländische Schüler (65 %), Zusammensetzung wie oben. Der langjährige, inzwischen pensionierte Hausmeister, Herr Weißmann, stirbt an den Folgen eines Unfalls, den er während der Unterrichtszeit auf dem Schulhof erlitten hatte. Ein PC-Programm zur Inventarisierung der Anschaffungen zum Vermögenshaushalt wird in Angriff genommen. Beginn und Abschluss der Umgestaltung des Schulhofes: Aufbau einer Spielfläche mit Geräten, teilweise Oberflächenentsiegelung, Anlage von Grünflächen direkt am Hauptgebäude. Entfernung des Podests neben der Außentoilettenanlage. Installation einer zeitgemäßen ISDN – Telefonanlage durch die Deutsche Telekom AG. Im Januar Teilnahme an der „Budgetierung“: die Stadt gibt aus allen Etats größere Teile als bisher in die Verantwortung der Schulen.

 

1999/2000

232 Schüler, davon 151 ausländische Schüler (61 %). Von August bis Ende November Teilrenovierung der Schule (einige Klassenräume, beide Hauptflure, Außentoilettenanlage, Hauptgebäude) durch die städtische „Gesellschaft für Beschäftigungsförderung“. Anschluss eines Faxgerätes. Sicherheitstechnische Begehung durch den Rheinischen Gemeindeunfallversicherungsverband. Als Folge davon wird die Schule durch eine Fülle von Maßnahmen sicherheitstechnisch auf den aktuellen Stand der Anforderungen gebracht. Einbruch im März. Daraufhin werden alle Scheiben der vier Eingangstüren innen durch Holzplatten gesichert. Leider wird dadurch die Helligkeit in den Fluren erheblich vermindert.

 

2000/01

205 Schüler, davon 152 ausländische Schüler (74 %). Der Holzzaun zwischen Schulgrundstück und Privatwohnungen und entlang der Hans-Sachs-Straße werden in den Sommerferien 2000 durch einen Drahtzaun ersetzt. Eine erhebliche Menge von Fensterscheiben wird in den Sommerferien zerstört. Schaden: ca. 3000,- DM. Der kleine Springbrunnen auf dem südlichen Schulhofteil wird aus Gründen der Unfallverhütung entfernt. Im Dezember werden im Rahmen des Landesprojektes „Neue Medien“ zwei internetfähige PC-Anlagen installiert: die eine für die Lehrer im Lehrerzimmer, die andere in einem Klassenzimmer für die Schüler („Medienecke“). Das Lehrerzimmer wird vollständig mit neuen Möbeln ausgestattet. Die ersetzten Möbel waren ca. 30 Jahre alt.

 

 

2001/02

191 Schüler, davon 153 ausländische Schüler (81 %), fast 100 % türkischer Herkunft. Im August wird die seit zwei Jahren vakante Stelle der stellvertretenden Schulleitung mit Konrektorin Frau K. Leleux besetzt. Mitte November Arbeiten zur Entfernung von Graffiti. Im Januar wird der Verwaltungsrechner im Sekretariat internetfähig gemacht. Im April wird ein weiterer Notausgang in der Turnhalle (Südseite) eingerichtet. Im Juni Installation neuer Heizkessel. Änderung der Wärmeverteilung: ein Strang Nordseite (Fühler in Raum 10), ein Strang Nordseite (Fühler in Raum 11). Im Juli Lieferung von 6 PC für einzelne Klassen im Rahmen der e-nitiative.nrw. Im August Teilrenovierung der Südwestfassade und der Lehrertoiletten.

 

2002/03

192 Schüler, davon 167 ausländische Schüler (87 %), fast 100 % türkischer Herkunft. Im Juni werden die im Rahmen des Projektes „Kunst am Bau“ 1977 an der Westseite der Außentoiletten angebrachten Maltafeln aus Holz werden zur Vermeidung von Verletzungen entfernt.

 

2003/04

180 Schüler, davon 88% ausländische Schüler fast 100% türkischer Herkunft. Beginn der Einrichtung eines Computerraums. Die PC in den einzelnen Klassen werden ans Internet angeschlossen. Beginn mit der Verlagerung der Schülerbücherei vom Kellerraum unter der Turnhalle (Westseite) in einen Klassenraum im Hauptgebäude. Teilsanierung der Schule: Dach- und Fenstererneuerung, Austausch der Heizkörper, Waschbecken mit Fliesen in allen Klassen. Drei neue Feueralarmmelder werden installiert. Kampschule wird „ECO-Schule“ durch Teilnahme am Projekt „Energiesparen in der Schule“ (10 % der eingesparten Kosten bekommt die Schule).

 

2004/05

171 Schüler. 151 ausländische Schüler (88 %) aus 11 Nationen. Der Anteil der türkischen Schüler an dieser Gruppe beträgt 91 %. Am 4. 12. Findet der Festakt zum 100-jährigen Bestehen der Schule mit geladenen Gästen aus Schule, Schulaufsicht, des Schulträgers und aus benachbarten Schulen in der Aula statt. Die Teilsanierung wird in der ersten Kalenderwoche 2005 abgeschlossen. Im Februar wird die Schülerbücherei in Raum 2 verlagert. Dieser wurde vorher mit neuen Möbeln im Wert von 6000,- € ausgestattet. Die Schule erhält 360,- € aus der Teilnahme am Projekt „Energiesparen in der Schule“.

 

2005/06

171 Schüler. 151 ausländische Schüler (88 %) aus 11 Nationen. Der Anteil der türkischen Schüler an dieser Gruppe beträgt 91 %. Die Fenster in der Turnhalle (Südseite) werden durch neue ersetzt. Die Heizkessel der Turnhalle werden durch neue ersetzt. Eine Lehramtsanwärterin richtet den Werkraum unter der Turnhalle im Rahmen ihrer zweiten Staatsarbeit auch als Kunstraum ein. Die Toilettenanlage auf dem Schulhof erhält ein neues Dach. Dafür muss ein alter, großer Baum gefällt werden. Für ihn werden im Stadtgebiet fünf junge Bäume gepflanzt. Durch das Eco – Projekt werden dem Schulkonto ca. 80,- € gutgeschrieben. Der Klassenraum Nr. 10 wird mit Mobiliar und 13 PC-Anlagen zu einem PC-Raum umgestaltet. Die 13 PC bedienen einen Drucker.

 

2006/07

154 Schüler. 138 ausländische Schüler (89 %). Im September wird die Heizungsanlage für die Turnhalle erneuert. Im Februar werden die Holztüren der Außentoilettenanlagen durch Metalltüren ersetzt. Im März wird im Lehrerzimmer ein Telefon installiert. Die Schule nimmt an zwei Projekten teil: 1. „Lehrer und Künstler fördern gemeinsam die Sprache“ und 2. „Stark für den Übergang“ (mit Künstlerinnen und den 4. Schuljahren).

 

2007/08

Im Frühjahr werden 9 Klassenzimmer renoviert (die Räume 3, 4, 5, 9, 11, 15, 17, 18 und der PC-Raum 10). Das Türschloss des Haupteingangstores wird so geändert, dass Schüler es nicht mehr öffnen können. Damit soll verhindert werden, dass Kinder durch das Tor über die stark befahrene Kampstraße laufen.

 

Wir möchten Herrn Gogarten herzlich für die hervorragende und detaillierte Chronik danken. Seine engagierte Arbeit hat nicht nur unser Wissen über die Schule bereichert, sondern auch die Geschichte unserer Gemeinschaft lebendig gemacht. 

Vielen lieben Dank!